- Der Wein und die Verdauung

- Rot- und Weißwein ist gesund
- Der Wein und die Liebe
- Der Wein und der Kreislauf
- Der Wein und das Gewicht
- Der Wein, das Gehirn und das Nervensystem
- Der Wein und die Abwehrkräfte
- Der Wein und das Herz
Der Wein und die Verdauung
Aromastoffe (der Duft), Mineralstoffe, die Säure und der Alkohol des Weines bewirken verstärkte Speichelabsonderung und Magensaftsekretion. Deshalb wird Wein- besonders der mit intensivem Duft und ausgeprägt aromatischem Charakter- bereits seit langer Zeit als Aperitif getrunken bzw. gegen Appetitlosigkeit eingesetzt. Im Magen regt der Alkohol des Weines vor allem die Pepsinproduktion an (Pepsin ist ein Verdauungsenzym). Weiter wird die Sekretionsleistung der Bauchspeicheldrüse und der Galle erhöht, wodurch die Leistung des gesamten Verdauungsapparates steigt (und auch das Risiko der Bildung von Gallensteinen sinkt). Wein lässt sich sogar als „Medizin“ bei häufigen Störungen des Verdauungssystems einsetzten: So lindern junge, frische Weißweine (z.B. Typ Grüner Veltliner oder Welschriesling) oder auch der noch gärende Jungwein („Sturm“) lästige Verstopfungsprobleme, während hingegen gerbstoffreiche Rotweine zur Therapie von Durchfall beitragen können. Der letztgenannte Effekt beruht vor allem auf der desinfizierenden und bakterientötenden Wirkung von Wein im Magen-Darm-Trakt. Wein fördert die Sekretion von Speichel sowie Magen- und Darmsaft, erhöht die Produktion von Verdauungsenzymen und hilft bei Verstopfung und Durchfall! nach oben Rot- und Weißwein ist gesund
Jüngere Untersuchungen in anderen Ländern ergaben, dass dieser dem Rotwein zugesprochene Effekt noch weiter geht. Der Weißwein (trocken ausgebaut) ist in seiner protektiven Wirkung dem Rotwein durchaus ebenbürtig, bei manchen Parametern aber sogar überlegen. Univ. Prof. Dr. Klaus Jung, Sportmediziner an der Universität Mainz, forscht seit geraumer Zeit über dieses Thema. In mehreren aufeinander aufgebauten Studien haben Jung und seine Mitarbeiter im Detail nachgewiesen, wie sich die protektiven Wirkungen insbesondere von Weißwein entfalten: Erstens sinkt das „schlechte“, die Arterienverkalkung fördernde Cholesterin LDL, während das „gute“ herzschützende Cholesterin HDL steigt. Zweitens haben die nur im Wein enthaltenen Polyphenole – organische Verbindungen, zu denen auch Gerb- und Farbstoffe gehören- antioxidative Wirkung. Das heißt, sie neutralisieren schädliche Sauerstoffradikale im Körper. Drittens sinkt bei Weingenuss das die Blutgerinnung fördernde Fibrinogen, was den gefährlichen Embolien, Thrombosen, Herz- und Hirninfarkten vorbeugt. Jungs Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem der dritten, fibrinogensenkenden Komponente beim Weißwein besondere Bedeutung zukommt. Er legt allerdings ausdrücklich Wert auf die Feststellung, dass Wein nicht als Therapeutikum- also zur Behandlung akuter Krankheitszustände- herangezogen werden kann, sondern ausschließlich vorbeugend einsetzbar sei (in den genannten moderaten Mengen). Durch Untersuchungen ist es gelungen, den Weißwein- in Maßen genossen- auch als Gesundheit förderndes mittel hieb- und stichfest zu etablieren. nach oben Der Wein und die Liebe
Neben dem Nervensystem besitzt der Körper noch ein zweites „inneres Regelungssystem“, nämlich die Hormone. Hormone sind eine Art Botenstoffe, die an bestimmten Stellen im Körper (z.B. Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Zwischenhirn oder Sexualdrüsen) gebildet werden und spezifische Wirkungen auslösen. Mäßiger Weinkonsum regt das gesamte hormonale System- und somit auch die Produktion von Sexualhormonen – an. Darüber hinaus beeinflusst Alkohol die Östrogenproduktion und kann deren Wirkung verstärken- somit kann Wein mithelfen, die Wechselbeschwerden der Frau durch Hebung des Östrogenspiegels zu lindern. Von Bedeutung ist auch die Wirkung des Weingenusses auf die Schilddrüse: Durch die verstärkte Aktivität derselben erhöht sich die Widerstandskraft gegen Schnupfen und Influenza, gegen rheumatische Beschwerden und ganz allgemein gegen Stress! Übrigens: Die gerne behauptete Schädigung der Samenzellen durch Wein wird von der Wissenschaft nicht bestätigt, auch werden keine Auswirkungen auf die Empfängnis beschrieben. Wein stimuliert das hormonale System, hilft der Milderung von Wechselbeschwerden und unterstützt die Schilddrüsenfunktion! nach oben Der Wein und der Kreislauf
Wie bereits bei „Der Wein und das Herz“ erwähnt, hilft der Genuss von Wein, insbesondere von Rotwein, bei der Verhinderung von Arteriosklerose (Verengung der Blutgefäße durch Ablagerung z.B. von Cholesterin). Neben der Verhinderung der Ablagerung hat Wein auch Einfluss auf die Dehnbarkeit der Gefäßwände, was ebenfalls der Arteriosklerose entgegenwirkt. In diesem Fall wirkt allerdings nicht so sehr der Alkohol, sondern Fraktionen aus der Gruppe der Gerb- , Farb- und Aromastoffe (die beim Rotwein dominant sind). Ein krankheitsbedingt (oder auch in der Rekonvaleszenzphase) niedriger Blutdruck kann so durch Weingenuss angeregt und stabilisiert werden. Doch Achtung! Übermäßiger Alkoholkonsum scheint als Hauptauslöser der „Volkskrankheit“ Bluthochdruck zu sein! Übrigens: Das beim Weinkonsum spürbare „Wärmegefühl“ entsteht zwar auch durch die Gefäßerweiterung, jedoch sind davon nur die Hauptgefäße betroffen, weniger die Gefäße, die innere Organe versorgen. Wein wirkt der Arteriosklerose entgegen und wirkt anregend und stabilisierend auf niedrigen Blutdruck! nach oben Der Wein und das Gewicht
Sicherlich, viel Alkohol bedeutet Gewichtzunahme, aber wussten Sie, dass man mit Wein auch abnehmen kann? Bereits in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts hat der Arzt Johann Schroth die nach ihm benannte „Schroth-Kur“ entwickelt. Dabei handelt es sich um eine intensive Entschlackungskur, die aus einer kochsalz- und fettfreien sowie eiweißarmen Diät besteht und durch einen Wechsel von Trinktagen (trockener Weißwein und Wasser) und Dursttagen gekennzeichnet ist. Der Wein entwickelt hier – zusammen mit der starken „Ausleitung“ der Haut durch Schwitzpackungen- hervorragend seine entgiftende Wirkung und beeinflusst Blutdruck, Blutfette (Cholesterin und Triglyceride) sowie Harnsäure positiv. Ganz allgemein ist es möglich, dass der Stoffwechsel durch mäßigen Weinkonsum angeregt wird (siehe auch „Der Wein und die Verdauung“), wodurch sich in der Folge die Stoffwechselrate erhöht- sprich, es zu Gewichtsabnahme kommt. Auch bei Fettsucht, Gicht, Zuckerkrankheit sowie Haut- und Atemwegserkrankungen werden derartige Kuren mit Erfolg eingesetzt. Wein kann ein wichtiger Teil von Abmagerungs- und Entschlackungskuren sein! PS: Extra trockene Weine (<4g/l Restzucker: siehe Hinweis Etikett) eignen sich auch für den Diätplan von Diabetikern! nach oben Der Wein, das Gehirn und das Nervensystem
Mäßiges, aber regelmäßiges Weintrinken kann dem altersbedingten Abbau der Gehirnfunktionen vorbeugen, wie sich in einer langfristig angelegten Studie mit rund 4000 über 65-Jährigen eindeutig ergab. Demzufolge erhalten mäßige Weintrinker im Alter ihre geistige Frische länger als Abstinenzler! Ein Viertel Liter Wein pro Tag reduziert nach den Aussagen der Studien den Alterungsprozess um mehr als ein Drittel. Die weiteren Auswirkungen von verantwortungsbewusstem Weinkonsum auf das Nervensystem sind vor allem psychischer Natur: Generell werden von außen auf die Sinne einwirkende Eindrücke leichter aufgefasst. Diese Steigerung der Kreativität machte sich schon J. W. Goethe zunutze, der als besonderer Freund und Kenner des Rebensaftes galt. Die bereits beim Thema „Rot- und Weißwein ist gesund“ beschriebene Weitung der Blutgefäße durch den Weinkonsum bewirkt weiter verstärkte Durchblutung und somit auch verbesserte Sauerstoffversorgung des Gehirns. Darin kann die Hauptursache für die oben dargestellten positiven Wirkungen gesehen werden! Weingenuss kann die Kreativität und Fantasie steigern! Und er verlangsamt den altersbedingten Abbau der Gehirnfunktionen. nach oben Der Wein und die Abwehrkräfte
Das menschliche Immunsystem wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Die positive Wirkung des Weingenusses auf das menschliche Immunsystem beruht auf seiner Fähigkeit der Entgiftung bestimmter Stoffwechselprodukte von Bakterien bzw. auf der Tatsache, dass Mikroorganismen durch Alkohol (und durch die im Wein enthaltenen Säuren und Gerbstoffe) in ihrer Lebensfähigkeit beeinträchtigt werden können. Somit kann Wein ein hervorragend geeignetes vorbeugendes Mittel gegen Darminfektionen z.B. bei Reisen in ferne Länder sein (Abtötung von Colibakterien und Staphylokokken). Seine Wirkung als „Desinfektionsmittel“ entfaltet der Wein auch im Atmungssystem und kann somit vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten wirken (siehe auch die Ausführungen über die Wirkungen auf die Schilddrüse). In diesem Zusammenhang sei auch auf die generelle Anregung des Atmungssystems hingewiesen: Durch Vertiefung und Beschleunigung der Atmung kommt es zu besserem Lufttransport im Bronchialsystem und erhöhter Sauerstoffzufuhr.
In Frankreich sterben vergleichsweise weit weniger Menschen an Herzinfarkt als in den USA. Dieses Faktum konnte man sich anfänglich nicht erklären, da doch die Amerikaner als weitaus gesundheitsbewusster gelten als die Bewohner des Mutterlandes guten Essens – Frankreich. Nun hat man die Ursache des – mittlerweile Französisches Paradoxon genannten – Phänomens gefunden: Der Weinkonsum der Franzosen ist schuld! Warum? Hauptursache für einen Herzinfarkt ist die mangelnde Versorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichen Blut infolge einer Verengung der zum Herzen führenden Arterien. Diese Verengungen werden durch eine Ablagerung („Verkalkung“) von Cholesterin (ein Blutfett) in der Blutbahn hervorgerufen, wobei sich noch zusätzlich Blutgerinnsel in diesen Engstellen anlagern können – ein richtiger Pfropfen entsteht. Rotwein kann dem in mehrfacher Weise entgegenwirken: Die Gerbstoffe des Weines verhindern die Oxidation von Cholesterin (genauso wie z.B. Vitamin B), wodurch die Gefahr der Anlagerung an die Innenwand des Blutgefässes minimiert wird. Darüber hinaus verhindern die Gerbstoffe zusammen mit dem Alkohol die Bildung von Blutgerinnseln und können sogar eine gewisse Dehnung der Blutgefäße bewirken!